Kierston Wareing | Juliet Ellis

ANGIE - KIERSTON WAREING

Kierston Wareing

»Hauptdarstellerin Kierston Wareing steckt mit ihrem Spiel die Leinwand in Brand.« - Variety

 

Vier Monate voller Vorsprechen, Call Backs, Improvisationen und Drehtests vergingen, bis Kierston Wareing schließlich für die Rolle der Angie besetzt war. Die richtige Schauspielerin zu finden, war entscheidend für den Film. Doch für Kierston Wareing bedeutete die Rolle noch viel mehr:

 

„Ich machte gerade eine Ausbildung als Sekretärin bevor die Castings begannen. Ich war eigentlich kurz davor, die Schauspielerei aufzugeben – obwohl es meine große Leidenschaft ist. Ich habe gut zehn Jahre dafür gekämpft, habe es bei so vielen Gelegenheiten bis in die letzte Runde geschafft – und die Rolle dann doch nie bekommen. Dann hat mich meine Agentin ganz aufgeregt angerufen und sagte, 'Tut mir leid, aber Du hast die Rolle.' Ich habe gar nicht aufgeschrien. Ich war geschockt, habe nur dagesessen und sie gefragt, ob sie sich da sicher ist.”

 

Die 32jährige Kierston Wareing stammt aus Leigh-on-Sea in Essex. Zwischen 1997 und 2000 machte sie ihre Ausbildung am Lee Strasberg Theatre and Film Institute in New York. „In den USA habe ich ein Arbeitsvisum bekommen. Aber ich fand es extrem schwierig dort – allein eine Agentur zu finden war sehr schwer. Bis zu diesem Film ging es wirklich nur in sehr kleinen Schritten vorwärts. Ich hatte auch nicht sehr viele Gelegenheiten, vorzusprechen – meistens nur für Werbespots, bei denen ich sowieso keine Chance hatte. 'It's a Free World' ist meine Chance.“

 

Als sie die Zusage bekam, erfuhr Kierston Wareing nur sehr wenig über die Figur, die sie spielen sollte. „Das erste Drehbuch gab man mir auf dem Flug nach Polen. Gleich am nächsten Tag sollten die Dreharbeiten beginnen. Ich versuchte, keine Panik aufkommen zu lassen. Mein erster Tag am Set kam mir vor wie ein Sturz ins kalte Wasser. Ich kam in eine Versammlungshalle voller polnischer Arbeiter. Ich dachte, der Start hätte kaum schlimmer sein können. Aber wenn ich ehrlich bin, war es das Beste, so direkt einzusteigen.”

 

„Angie ist sehr ehrgeizig und angriffslustig – man sollte sich nicht mit ihr anlegen. Sie will das Beste für ihren Sohn und nichts kann sie aufhalten. Sie hat genug schlechte Erfahrungen gesammelt und ist nicht mehr bereit, so weiterzumachen. Wenn man ihr auf der Straße begegnet, würde sie einem erst mal sehr rechthaberisch vorkommen. Aber ich denke, sie ist eine sehr liebenswerte Person. Sie hat ihre guten Momente und das kann man auch im Film sehen. Sie ist wie der Typ in der Beziehung – sie benutzt Männer, wenn sie sie braucht. Aber ich denke auch, dass sie ein bißchen gierig ist – sie kennt keine Grenzen in ihrem Ehrgeiz und wird aggressiv. Sie weiß genau, was sie will und kümmert sich nicht um die Menschen um sie herum. Angie hat auf jeden Fall meine Sympathie. Ich würde nicht so weit gehen wie sie, aber ich kenne diese Art sehr gut. Auch ich habe großen Ehrgeiz und ich gebe nicht auf.“

 

Ken Loach blieb auch für „It's a Free World“ seiner Methode treu, den Hauptdarstellern wesentliche Elemente des Plots vorzuenthalten – teilweise bis zu dem Moment, in dem sie gefilmt werden.

 

„Die Verschwiegenheit ist phänomenal. Ich wohnte zusammen mit einer Gardrobiere. Sie wußte alles – und sie sagte mir kein Sterbenswort. Und dann sagte Ken eines Tages zu mir, ich solle heute nicht so viel essen. Und das tat er nur, um die Energie wachzuhalten. Normalerweise esse ich nämlich haufenweise und so wußte ich, dass eine weitere Überraschung bevorstand.“

 

Kierston Wareing und Juliet Ellis, Darstellerin der Rose, wurden vor den Dreharbeiten zu einer Arbeitsvermittlung geschickt, um die Vorgänge und Mechanismen dort kennen zu lernen. Doch es gab auch Zeit, Freundschaften zu knüpfen. „Wir gingen in eine polnische Karaoke Bar, Leslaw Zarek, Juliet und ich. Es war eine riesige Halle, in der ungefähr fünf polnische Gäste saßen. Es wurde auch nur auf polnisch gesungen.“ Auf die Frage, ob sie auch etwas gesungen hat, antwortet sie, „Um Gottes Willen, nein! Noch nicht einmal, wenn es auf englisch wäre!“

 

Kierston Wareing entschied sich dagegen, zur Vorbereitung frühere Arbeiten von Ken Loach anzuschauen. „Ich wollte mich nicht einschüchtern lassen. Meine Freunde sagten, „Oh mein Gott – Ken Loach!“ Ich wollte es lieber nicht wissen. Ich wollte nicht unhöflich sein, sondern einfach nur drauf los gehen und meinen Job machen.“

 

Wareings Rolle der Angie wurde tatsächlich zur Startbahn ihrer Schauspiel-Karriere. „Man lernt in einer sechswöchigen Zusammenarbeit mit Ken Loach mehr als in drei Jahren Schauspielschule. Zur Zeit gebe ich eine Menge Interviews und ein neuer Film wurde gerade abgedreht.“